Unternehmen streben, vermutlich auch unter dem Eindruck einer stärkeren Digitalisierung, nach einer moderneren, dynamischen Ausstrahlung, und zwar nach innen wie nach außen: Seine Mitarbeiter stärkt man in ihrer Individualität und ihrem Wohlgefühl, und als Marke will man mit Sneakern und offenem Hemd Schwung und Offenheit vermitteln. Der Langbinder dagegen gilt als altbacken, konservativ, rückständig, und seit der Finanzkrise – als all die Investmentbanker in ihren Anzuguniformen und mit der obligatorischen Krawatte die Wirtschaft in den Abgrund gestoßen haben – vielleicht sogar ein wenig verdorben.
Die Immobilienbranche hat neben Banken und Versicherungen ein bisschen länger an der Krawatte festgehalten als die meisten anderen. Wie bei der Digitalisierung läuft man auch beim Erscheinungsbild dem allgemeinen Zeitgeist eben ein Stück hinterher. Aber der Trend ist eindeutig: Im Arbeitsalltag spielt sie kaum noch eine Rolle, auf Konferenzen trägt sie höchstens jeder Zweite und beim Afterwork will man keinesfalls als Spießer auftreten und lässt sie im Büro oder in der Tasche.